Verortung im Lehrplan
Der Rahmenlehrplan der EKBO für den Religionsunterricht sieht für die beiden Klassenstufen gemäß der Leitfrage 4 (nach Gestalt des Glaubens und Zeichen des Religiösen fragen) die Auseinandersetzung mit Bräuchen, Festen und Kirchengebäuden als Ausdrucksformen des Glaubens vor. Dafür bietet sich insbesondere auch die Advent- und Weihnachtszeit. an. Natürlich ist es für alle Klassen möglich diese Angebote in den Unterricht bzw. Aktivitäten einzubauen.
Anregungen für Aktivitäten im Johannesstift
Adventskranz
Johann Hinrich Wichern hat im Rahmen seiner Erziehungsarbeit im Rauhen Haus zu Hamburg auch den Adventskranz „erfunden“. In der Kirche des Evangelischen Johannesstifts kann dieser in seiner ursprünglichen Form mit bis zu 28 Kerzen besichtigt werden – je eine Kerze für jeden Tag vom Beginn der Adventszeit bis zu Weihnachten, größere für die Adventssonntage. Auch die Person Wicherns ist z.B. durch seine Büste vor der Kirche präsent. Eine Führung erläutert die Geschichte des Adventskranzes. Zusätzlich steht zum Thema ein Arbeitsbogen mit Texten, Bildern und Bastelanregungen zur Verfügung. Der Adventskranz steht ab dem 1. Advent in der Stiftskirche.
Die Geschichte vom Adventskranz
Es geschah im Jahre 1839 in Hamburg im Rauhen Haus, dem Waisenhaus für Kinder und Jugendliche. Johann Hinrich Wichern, Gründer des Rauhen Hauses und des Evangelischen Johannesstifts, versammelte an jedem Tag in der Adventszeit die jungen Bewohner zur abendlichen Besinnung. Er zündete am großen Holzreif an der Decke eine von den vielen Kerzen an, jeweils eine vom 1. Advent bis zum 24. Dezember. So konnte es sein, dass an Heiligabend bis zu 28 Kerzen brannten, je nach dem, auf welchen Tag der 1. Advent fiel. Jeden Tag brannte ein Licht mehr, „bis am Schluss des Advents die ganze Lichterkrone strahlt und immer heller widerstrahlt in den Herzen der Kinder”, wie Wichern es beschrieb. Wichern erzählte dazu eine Geschichte aus der Bibel. Adventliche Gedanken und Lieder stimmten die Kinder und Jugendlichen auf Weihnachten ein. So begann die Tradition des Adventskranzes.
Der Holzreif wurde später mit Tannengrün geschmückt. Viele Freunde des Rauhen Hauses haben den Kranz kennen gelernt und davon erzählt. Er wurde immer beliebter und schließlich in ganz Deutschland bekannt. Später wurde daraus ein kleiner Kranz aus Tannengrün, bestückt mit vier roten Kerzen, eine für jeden Adventssonntag. Der Wichernsche Kranz hat bis heute für jeden Tag der Adventszeit eine Kerze, große weiße für die Sonntage und kleine rote für die Werktage. Das Licht ist Ausdruck der Hoffnung auf das, was Christen mit Weihnachten verbinden: Frieden den Menschen. Frieden für die ganze Welt.
Downloads und Links zum Adventskranz
- Hier finden Sie den Arbeitsbogen als PDF-Dokument
- Hier finden SIe das Ausmalbild Wichernscher Adventskranz als PDF-Dokument
- Mit Bildbeschreibungen: Hier finden Sie den Bildsatz Adventskranz als PDF-Dokument oder als Powerpoint PPS
- Nur Bilder: Hier finden Sie den Bildsatz Adventskranz als PDF-Dokument oder als Powerpoint PPS
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Adventslieder:
- Wir sagen euch an…: www.weihnachtsmannstadt.de/Lieder/Weihnachtslieder/Wir_sagen_euch_an.htm
- Stern über Bethlehem: www.weihnachtsmannstadt.de/Lieder/Weihnachtslieder/Stern_ueber_Bethlehem.ht
Krippe
Anhand einer großen geschnitzen Holzkrippe des Berliner Bildhauers Reinhard Große können die Schülerinnen und Schüler sich im Gespräch mit dem Führenden die Weihnachtsgeschichte vergegenwärtigen bzw. erzählt bekommen und anhand von Leitfragen Details der Darstellung wahrnehmen, so z.B. die Rahmung durch eine „Himmelsleiter“ als Bild für den Lebensweg, vor allem aber den Weg Gottes zu den Menschen.
Weiterführendes Informationsmaterial zum Kunstwerk steht zur Verfügung.
Im Gespräch kann des Weiteren auch auf die den Kindern aus ihren Familien vertrauten Weihnachtsbräuche und das Thema gegenseitigen Schenkens eingegangen werden – ein erster Bezug zum diakonischen Handeln. Die Krippe steht ab dem 1. Advent in der Stiftskirche.
Die biblischen Weihnachtsgeschichten:
Lk 2,1-21
1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. 2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. 3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. 4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, 5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. 6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. 7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. 8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. 9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. 10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; 11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 12 Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. 13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. 15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. 16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. 17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. 18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. 19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. 20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. 21 Und als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden musste, gab man ihm den Namen Jesus, wie er genannt war von dem Engel, ehe er im Mutterleib empfangen war.
Mt 2,1-12
1 Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: 2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. 3 Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, 4 und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. 5 Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1): 6 »Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.« 7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, 8 und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, dass auch ich komme und es anbete. 9 Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. 10 Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut 11 und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. 12 Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land.
Downloads und Links zur Krippe
Mit Bildbeschreibungen: Hier finden Sie den Bildsatz der Krippe als PDF-Dokument oder als Powerpoint PPS
Nur Bilder: Hier finden Sie den Bildsatz der Krippe als PDF-Dokument oder als Powerpoint PPS
Erntedankfest
siehe: Kirche und Feste
Kirchenführung
In Verbindung mit der Besichtigung des Adventskranzes, aber auch unabhängig von der Weihnachtszeit ist eine Kirchenführung möglich, die zentrale Gegenstände und Symbole der Kirchenausstattung (Altar, Taufstein u.ä.) umfasst.
Unterstützend steht hier „Der kleine Kirchenführer des Johannesstifts“ zur Verfügung, der neben kindgerechten Erläuterungen von zentralen Gegenständen und Ereignissen in Kirchgebäuden zahlreiche Bilder zum Ausmalen und kleine Rätsel enthält.
Orgelführung
Zudem ist eine Orgelführung möglich, die das gemeinsame Singen von Adventsliedern einschließt.
Downloads und Links zur Kirchen- und Orgelführung
- Hier finden Sie den Kirchenführer für kleine Leute: Infos, Rätsel, Ausmalbilder als PDF-Dokument
- Hier finden Sie Die Orgel erklärt in Text und Bild als PDF-Dokument
