Angebote für den Strafvollzug

Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote im Strafvollzug

 

 

Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Inhaftierte in den JVA entsprechen überwiegend nicht dem Stand der technischen Entwicklung und der Beschäftigungsstruktur im Allgemeinen. Es fehlt an für die Inhaftierten attraktiven und für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder beruflichen Qualifizierung bzw. Ausbildung motivierenden Arbeitsangeboten in den Haftanstalten. Das innovative Konzept von ECO-PC Berlin nutzt einen handlungsorientierten Ansatz und kann deshalb die Erwartungshaltung, Motivation und Lernweise Inhaftierter aufgreifen und in fachpraktischen Tätigkeiten und Unterweisungen sowie fach- und alltagskundlichem Unterricht ihre Fähigkeit zur Erwerbsarbeit fördern. Dieses Förderkonzept entspricht der Nachfrage nach niedrigschwelligen und für die Gefangenen attraktiven Arbeitsplätzen und ergänzt mit seiner Methodik der Vermittlung von Alltags- und Schlüsselqualifikationen das in den JVAn bestehende Angebot beruflicher und sozialer Rehabilitation.

Die Grundidee von ECO PC besteht darin, gebrauchte Computer aus Spenden von Firmen und öffentlichen Verwaltungen auf- und umzurüsten bzw. nicht funktionstüchtige Computersysteme zu demontieren und der kontrollierten Entsorgung zuzuführen. Im Rahmen dieser Beschäftigung werden Projektteilnehmerinnen in der IT Technik und der Anwendung moderner Kommunikationsmedien qualifiziert, ihre berufliche Handlungskompetenz wird gefördert. Das Konzept von ECO-PC verbindet die niedrigschwellige Beschäftigung und Qualifizierung Gefangener mit ökologischen Zielen (Verlängerung der Nutzbarkeit und Lebensdauer von Computern). Die in der ECO-PC-Werkstatt aufgerüsteten Geräte sind leistungsstark und hochwertig und können deshalb umweltschonend von Schulen und gemeinnützigen Einrichtungen weiter genutzt werden.


ECDL – European Computer Driving Licence
 

Der „Europäische Computer-Führerschein“ ist ein international anerkanntes Zertifikat für Computerbenutzer. Der ECDL bescheinigt Fachwissen über Computer und Fertigkeiten im Umgang mit den verbreiteten Standard-Computeranwendungen.
Geprüft werden sieben einander ergänzende Wissensgebiete:

  • Grundlagen der Informationstechnik
  • Computerbenutzung und Dateimanagement
  • Textverarbeitung
  • Tabellenkalkulation
  • Datenbanken
  • Präsentation
  • Information und Kommunikation

Der erfolgreich bestandene „ECDL Advanced“ bescheinigt darüber hinaus weiterführende Kenntnisse in einer oder mehreren Standardapplikationen.
Der „ECDL Advanced“ prüft vier Module:

  • Textverarbeitung
  • Tabellenkalkulation
  • Datenbanken
  • Präsentation


Potentialassessment
 

Ein Assessment Center (AC) ist ein systematisches Verfahren zur Feststellung von individuellen Potentialen und Kompetenzen einer Person. Ein AC dient der eignungspsychologischen Analyse der Probanden. Je nach Charakter und Persönlichkeit einer Person werden ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Problemlösung individuell eingeschätzt und durch das AC bewertet. In einem AC werden die zu beurteilenden Personen nicht nur einmalig, z.B. im „klassischen Bewerber-Interview“ beurteilt, sondern sie werden über einen längeren Zeitraum hinweg in mehreren Situationen (Verhaltenssimulationen, Arbeitsproben) beobachtet und bewertet.

Geschulte Beobachter können insbesondere die bereits vorhandenen zwischenmenschlichen Kommunikationsfähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen erfassen und von den noch nicht entwickelten, jedoch erkennbaren Potentialen unterscheiden.
Als Potential-Assessment setzen wir das AC als Förderinstrument zur Berufsorientierung und Motivation auch wirksam im Strafvollzug ein. Die Teilnehmenden bekommen am Ende des AC ein ausführliches Zeugnis, in dem in der Regel eine Stärkenanalyse vorgenommen wird.


Aktiv Lernen – ein kreativer Umgang mit Konflikten
 

„Aktiv Lernen“ ist ein Motivations- und Konfliktlösungstraining, das interkulturell eingesetzt und flexibel auf unterschiedliche Zielgruppen und Arbeitsfelder abgestimmt werden kann. Ein Kernelement von „Aktiv Lernen“ ist die Kreativarbeit, insbesondere interaktives szenisches Spiel. Dabei steht die Auseinandersetzung mit konkreten Alltags- und Konfliktsituationen im Mittelpunkt. Im „szenischen Spiel“ lernen die Teilnehmenden, sich selbst zum Ausdruck zu bringen, aktiv zuzuhören, Fragen zu stellen und im Team zu arbeiten. Die Auseinandersetzung mit Konflikten aus ihrem Alltag und die Suche nach Handlungsalternativen befähigen sie zu Perspektivenwechseln. Sie sind in der Lage, sich selbst und die Gruppe aus einem erweiterten Blickfeld wahrzunehmen und lernen, Konflikte konstruktiv zu lösen.