26.01.2017

Neujahrsempfang für Mitarbeitende der Jugendhilfe - "Nimm Dir Zeit!"

190 Mitarbeitende der Evangelisches Johannesstift Jugendhilfe gGmbH trafen sich Mitte Januar zum traditionellen Neujahrsempfang der Geschäftsführung Jugendhilfe im Festsaal im Johannesstift. Neben dem Rückblick auf das vergangene und Ausblick auf das kommende Jahr dient er der Begegnung und dem kollegialen Austausch.

In seiner Begrüßung dankte der Geschäftsführer der Jugendhilfe des Johannesstifts, Andreas Lorch, allen Mitarbeitenden für ihr Engagement. Er wies darauf hin, dass trotz eines wirtschaftlich erfolgreichen Jahres bei weitem nicht „alles gut“ sei. Er erinnerte an erkrankte Kolleginnen und Kollegen und an die Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Jugendhilfe zu finden. Selbstkritisch merkte er an, dass ihm oftmals zu wenig Zeit bliebe für Gespräche und den Austausch mit den Mitarbeitenden. Allen Mitarbeitenden wünschte er für das neue Jahr, dass es gelingen möge, sich Zeit zu nehmen für’s Träumen, Nachdenken, Lachen und einen wertschätzenden, freundlichen Umgang miteinander.

Dr. Björn Hagen, Geschäftsführer des Fachverbandes, informierte anschließend die Mitarbeitenden der Jugendhilfe differenziert über die geplanten Änderungen im Kinder- und Jugendhilferecht und die Hintergründe dazu. Insbesondere die Abkehr von den Begriffen „Hilfe“ und „Erziehung“, bisher zentrale Ankerpunkte in der Jugendhilfe, bedeute weitgehende Änderungen für das Selbstverständnis der Kinder- und Jugendhilfe – mit 700.000 Mitarbeitenden ebenso groß wie die Automobilindustrie in Deutschland. Die geplante Stärkung der Rechte junger Menschen gehe einher mit der Ve

rlagerung von Entscheidungskompetenz - weg von der bisherigen konsensualen Entscheidungsfindung zwischen Jugendamt, Träger und den Hilfesuchenden hin zu einer Alleinentscheidung des Jugendamtes anhand der mutmaßlichen Erreichbarkeit des Hilfeziels.

Vorwürfe, die Jugendhilfe wäre für den z. T. enormen Anstieg der Kosten mitverantwortlich, wies Hagen entschieden zurück: 65 % der Ausgaben in der Jugendhilfe entfielen auf den politisch gewollten Ausbau der Kindertagesbetreuung. Die immense Steigerungsrate der Unterbringung junger Menschen in Heimen betreffe ausschließlich die Unterbringung minderjähriger Flüchtlinge, die z. B. in Niedersachsen mittlerweile mehr als 80 % der stationären Unterbringungen ausmachen.