10.02.2017

Friederike-Fliedner-Hospiz – ein Herzensanliegen

Herr Lohmann ist Gast im Friederike-Fliedner-Hospiz im Wedding, das am 1. September 2016 mit16 Plätzen eröffnet wurde. Er hat einen dicken Verband im Gesicht und kann nur mit einem Auge schauen. Dennoch strahlt er große Freundlichkeit aus.

Stolz zeigt er sein Zimmer, das er mit einem Hauch von Exotik versehen hat: Grünpflanzen, Vögel aus lackiertem Holz; der Clou ist ein großer Plüschtiger mit blinkenden Augen. „Ich habs mir hier so eingerichtet, dass ich mich wohlfühle“, sagt er. „Raus kann ich ja nicht mehr.“

Nebenan ist ein Gemeinschaftsraum mit großen Fenstern, durch die er in den Park des Evangelischen Geriatriezentrums blickt. Herr Lohmann nimmt hier gemeinsam mit den anderen Gästen seine Mahlzeiten ein, wenn er nicht auf dem Zimmer essen möchte.

Es liegen Zeitungen und Brettspiele bereit. Die Mahlzeiten werden übrigens frisch zubereitet, die Gäste gestalten den Speiseplan mit. Noch einmal Kohlroulade oder Hühnerfrikassee – ein solcher Wunsch wird gerne erfüllt!

„Wir setzen alles daran, dem Menschen in der letzten Lebensphase ein selbstbestimmtes, würdiges und erfülltes Leben zu ermöglichen“, sagt Pflegedienstleiterin Gabriele Engl und lächelt herzlich. „Alle Mitarbeitenden sind speziell ausgebildet in der Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase.“ Zum Team gehören Pflege- und hauswirtschaftliche Kräfte, die behandelnden Ärzte, Physiotherapeuten, Musik- und Maltherapeuten, eine Seelsorgerin sowie Ehrenamtliche. Die enge Zusammenarbeit mit dem Tumorzentrum der Charité gewährt eine hohe Fachlichkeit am Puls der Zeit.

„Krankenpflege bedeutet auch Seelsorge und Fürsorge“ – dies war die tiefe Überzeugung von Namensgeberin Friederike Fliedner. Sie war im 19. Jahrhundert maßgeblich an der Entwicklung der Krankenpflege mitbeteiligt. Die „Herzensbildung“ der Frauen, die als Diakonissen wirkten, und die Fürsorge der Kranken waren ihre Berufung.

„Die Hospizarbeit ist uns im Johannesstift ein Herzensanliegen“, bestätigt Gabriele Engl: „Wir möchten – ganz im Sinne von Friederike Fliedner – Menschen auf ihrem letzten Lebensweg begleiten. Immer wieder bestätigen uns Gäste und ihre Angehörigen, wie wichtig ihnen die Zeit im Hospiz ist.“