Glossar

Anerkennung
Jede rechtsfähige Stiftung (nach bürgerlichem Recht) benötigt eine staatliche Anerkennung. Diese inhaltlich-rechtliche Prüfung ist relativ aufwändig. Das Verfahren nimmt in der Regel mehrere Monate in Anspruch.

Anstiftung
Einstieg in die Stiftertätigkeit mit einer geringeren Erstausstattung und dem Ziel, das Stiftungsvermögen durch Zustiftungen kontinuierlich zu erhöhen oder durch Verfügung von Todes wegen vollends auszustatten.

Aufsichtsbehörden
Zuständig für die Anerkennung einer rechtsfähigen Stiftung bei deren Errichtung und für die (rechtliche) Aufsicht der Stiftungstätigkeit. Da das Stiftungswesen Sache der Länder ist, gibt es unterschiedliche Regelungen, wer die staatliche Aufsicht wahrnimmt: In der Regel sind dies die Regierungspräsidien oder Bezirksregierungen. Die steuerbegünstigte Stiftung wird darüber hinaus noch von den Finanzbehörden auf die gemeinnützige Zweckverwirklichung geprüft.

Destinatäre
Die mit einer Förderung bedachten Institutionen bzw. Personen.

Dotation
Betrag, mit dem eine Stiftung finanziell ausgestattet wird.

Förderfonds/Themenfonds
Das Evangelische Johannesstifts verfügt über Fonds für Hilfen von Kinder und Jugendlichen, Hilfen für Menschen mit Behinderung und Hilfen für ältere Menschen. Er bietet die Möglichkeit, mit kleineren Vermögen dies Arbeit zu unterstüztzen und mit den Stiftungsmitteln im Namen der Stifter eine dauerhafte Förderung zu gewährleisten. So können im Wege der Zustiftung Vermögensbeträge auf den Förderfonds übertragen und mit einem bestimmten Stiftungszweck verbunden werden. Die Zustiftung wird als Teilvermögen unter dem gewünschten Stiftungsnamen geführt.

Gemeinnützigkeit
Im Regelfall wesentliche Motivation für die Gründung einer Stiftung: Sie soll dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Mögliche Tätigkeitsfelder sind die Förderung von Forschung, Wissenschaft, Bildung, Kultur, Kunst, Sozialem, Umweltschutz, Völkerverständigung u.a.m. Gemeinnützige Stiftungen kommen in den Genuss von Steuervergünstigungen wie etwa die Befreiung von der Erbschafts-, Schenkungs- und Körperschaftssteuer.

Gremien
Eine Stiftung hat je nach Konstruktion Organe, die sich um die Arbeit der Stiftung kümmern. Dazu zählen etwa der Vorstand und das Kuratorium. Einzig zwingend ist die Berufung eines Stiftungsvorstandes. Die Einrichtung weiterer Organe, die wie ein Kuratorium beratend tätig sind, hängen davon ab, welche Aufgaben eine Stiftung verfolgt und welchen Umfang sie hat.

Rechtsfähige Stiftung
Klassische Form der Stiftung. Wie ein eingetragener Verein kann sie selbst im Rechtsverkehr tätig werden - anders als die treuhänderische Stiftung, die dies nur über den Treuhänder kann. Die rechtsfähige Stiftung bedarf einer behördlichen Anerkennung.

Satzung
Geschäftsgrundlage einer Stiftung, die unter anderem den Stiftungszweck beschreibt und die Organisation der Stiftung (zum Beispiel die Zusammensetzung der Stiftungsorgane) regelt.

Steuerliche Aspekte
Der abziehbare Höchstbetrag für die Ausstattung von steuerbegünstigten Stiftungen mit Stiftungskapital beträgt 1 Million Euro. Die Begünstigung gilt sowohl für rechtsfähige als auch für nicht-rechtsfähige Stiftungen.

Die Zuwendung muss in den Vermögensstock, das heißt in das Stiftungskapital der Stiftung erfolgen. Es kann sich dabei um eine so genannte Zustiftung, also die Einzahlung in das Stiftungskapital einer bereits besteh¬ende Stiftung handeln oder um die erstmalige Einzahlung bei Gründung einer neuen Stiftung.

Der Stifter braucht den gestifteten Betrag nicht in gesamter Höhe im Jahr der Zuwendung steuerlich geltend zu machen. Er kann ihn vielmehr steuerlich auf zehn Jahre verteilen, und zwar auf das Jahr der Zuwendung und die neun folgenden Veranlagungsjahre. Der Stifter muss dies durch einen Antrag beim Finanzamt geltend machen. Der Höchstbetrag von 1 Million Euro kann alle zehn Jahre einmal in Anspruch genommen werden.

Der oben beschriebene Höchstbetrag von 1 Million Euro gilt zusätzlich zu dem Spendenabzug von 20 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte.Stifter können Privatpersonen oder juristische Personen (Unternehmen, Verbände, Vereine, öffentlich-rechtliche Körperschaften) sein. Sie bringen Vermögen in eine Stiftung ein, damit diese - im Normalfall - auf Dauer bestimmte Förderzwecke erfüllt.

Stiftungsrecht
Die Grundsätze über die rechtsfähige Stiftung und die Grundvoraussetzungen für ihre Anerkennung regelt das Bürgerliche Gesetzbuch. Darüber hinaus ist das Stiftungswesen in Deutschland Ländersache, so dass jedes Bundesland sein eigenes Stiftungsgesetz besitzt.

Stiftungsvermögen
Das Vermögen, das der Stifter unwiderruflich in seine Stiftung einbringt.
Dabei kann es sich um Barvermögen, aber auch etwa um Wertpapiere, Unternehmensanteile, Liegenschaften oder Kunstgegenstände handeln. Dieses Stiftungskapital wird für die Tätigkeit der Stiftung nicht angetastet Förderprogramm und Verwaltung werden von den Erträgen (Zinsen) bestritten.

Stiftungsvorstand
Organ einer rechtsfähigen Stiftung und ihr gesetzlicher Vertreter.

Stiftungszweck
Der formulierte Wille eines Stifters, was seine Stiftung bewirken soll.
Einmal festgelegt, lässt sich diese Leitlinie bei rechtsfähigen Stiftungen nur sehr schwer wieder ändern. Bei treuhänderischen Stiftungen ist dies vergleichsweise unkompliziert durch Änderung des Vertrages zwischen Stifter und Treuhänder möglich. Eine Stiftung kann nur einen oder auch mehrere Zwecke verfolgen.

Treuhänder
Derjenige, der im Auftrag eines Stifters dessen Vermögen verwaltet und dafür sorgt, dass der Zweck der Stiftung erfüllt wird. Kann eine natürliche oder juristische Person sein. Ein bekannter Treuhänder ist der Stifterverband als Rechtsträger von rund 400 treuhänderischen Stiftungen.

Treuhänderische Stiftung
Wird durch einen Vertrag zwischen Stifter und Treuhänder errichtet. Das behördliche Anerkennungsverfahren entfällt. Der Treuhänder fungiert als Träger der Stiftung. Auf ihn geht das Kapital der Stiftung über. Er sorgt im Auftrag des Stifters dafür, dass dessen Intentionen umgesetzt werden. In der praktischen Arbeit kann der Stifter auf die Geschicke seiner Stiftung weiterhin Einfluss nehmen.

Zustiftung
Aufstockung des Stiftungskapitals durch weitere Zuwendungen des Stifters oder durch Dritte.

Für konkrete Fragen: Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Andrea Spennes-Kleutges
Referentin für Fördermittel und Unternehmenskooperation
Tel. 030 · 336 09 - 269
Fax 030 · 336 09 - 156

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