04.08.2016

Gedenktafel für einen großen Kinderarzt am Evangelischen Geriatriezentrum Berlin (EGZB)

Foto: Thomas Platow, Landesarchiv BerlinEine Gedenktafel für den Kinderarzt Heinrich Finkelstein enthüllten Staatssekretärin Hella Dunger-Löper von der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten und Medizinhistoriker Dr. med. Thomas Lennert am 1. August im Evangelischen Geriatriezentrum Berlin (EGZB). Die Tafel erinnert neben dem Eingang zum dortigen Pflegewohnheim daran, dass Finkelstein in diesem Gebäude, das damals das Kaiser und Kaiserin Friedrich-Kinderkrankenhaus beherbergte, von 1918 bis 1933 als ärztlicher Direktor wirkte.

Staatssekretärin Dunger-Löper nannte in ihrem Grußwort die großen Leistungen des Kinderarztes, zum Beispiel, dass er die Säuglingssterblichkeit in mehreren Berliner Kinderkliniken durch Hygiene- und Ernährungsverbesserungen von weit über 50 Prozent auf unter 10 Prozent senkte, dass er die erste künstliche Säuglingsmilch entwickelte, und dass sein Lehrbuch der Säuglingskrankheiten jahrzehntelang das Standardwerk in Europa und Lateinamerika war.
 

Foto: Thomas Platow, Landesarchiv BerlinDr. Thomas Lennert sprach in seiner Laudatio über das persönliche Schicksal Finkelsteins, der als Jude im 3. Reich nicht mehr wirken durfte und 1938 nach Chile flüchtete. „Nun haben wir endlich auch hier, am Ort seines Wirkens, eine Stätte des Gedenkens an diesen großen Kinderarzt“, so Lennert. Bisher gab es nur an seinem Grab in Santiago de Chile eine Gedenkstätte.

Bis 1996 wurde das Gelände des heutigen EGZB als Kinderkrankenhaus genutzt, zuletzt unter den Namen Städtisches Kinderkrankenhaus Wedding und Rudolf-Virchow-Kinderkrankenhaus.  Das Kinderkrankenhaus zog anschließend an das Rudof-Virchow-Klinikum und wurde mit dem Evangelischen Geriatriezentrum Berlin durch ein modernes Zentrum für Altersmedizin abgelöst. Das EGZB ist ein Tochterunternehmen des Evangelischen Johannesstifts.