05.07.2017

„Nächstes Jahr in Jerusalem!“ - Ein Begleitseminar am Wichern-Kolleg

Am Vorabend des jüdischen Pessachfestes, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei erinnert, halten jüdische Familien eine Sederfeier ab, die wiederum symbolisch für den letzten Abend im ägyptischen Exil steht. Am Ende des Sedermahles wird mit dem Gruß „Nächstes Jahr in Jerusalem!“ die Sehnsucht nach und die Vorfreude auf Jerusalem der Stadt des Friedens ausgedrückt. Die Bibel erzählt von Jerusalem, der Stadt Davids, von ihrem Glanz und ihrem Untergang. Am biblischen Horizont leuchtet das "neue Jerusalem", das keine Nacht, keine Gewalt und kein Leid mehr kennt. Was bedeutet die Stadt für das Judentum? Und was für uns als Christinnen und Christen­­­?

Wir vom Vorbereitungsteam hatten uns vorgenommen, mit den Studierenden des Wichern-Kollegs ein Wochenende lang im Geiste nach Jerusalem zu reisen – um diesen Fragen nachzuspüren und mögliche Antworten zu finden. Wir begannen am Freitag mit dem Abendgebet in der Stiftskirche, gestaltet von Dr. Margit Herfarth und Eckehard Trappe mit israelischen Liedern, an das sich ein "Feierabendessen" im Brüdersaal, der mit Bildern aus Israel und einem langen Zeitstrahl zur Geschichte Jerusalems geschmückt war, anschloss. Untermalt von Klezmermusik und literarischen Lesungen haben wir bei Kerzenlicht, Hummus, Fladenbrot, Oliven, Trauben, Käse und Wein die Gemeinschaft genossen und uns auf das Thema des Wochenendes eingestimmt.

  

Am Samstag sind wir dann an vierzehn biblischen Stationen auf Spurensuche nach Jerusalem gegangen, haben mittags ganz köstlich arabisch gegessen, und uns nachmittags in Workshops mit den politischen, historischen und kulturellen Aspekten Jerusalems beschäftigt. Am Abend nahm uns dann die Dokumentation "24h Jerusalem“ mit in das heutige Jerusalem.  Am Sonntag haben wir unter freiem Himmel dem "himmlischen Jerusalem" nachgespürt und unsere Visionen einer Stadt des Friedens an den großen Olivenbaum gehängt, der nun das Haus der Schwestern und Brüder schmückt und hoffentlich irgendwann Früchte tragen wird.

(Xenia Felmy, Thorben Petters, Dr.Margit Herfarth)

 Am Wichern-Kollg werden im Auftrag der EKBO (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) Diakoninnen und Diakone ausgebildet. Während ihrer Ausbildung nehmen die Studierenden an frei zu wählenden Begleitseminaren teil, die von ihnen gemeinsam mit den Dozentinnen und Dozenten initiiert, vorbereitet und durchgeführt werden. Die Ausbildung kann in Vollzeit, über einen Quereinstieg oder berufsbegleitend absolviert werden. Erfahren Sie mehr über uns und besuchen Sie unsere website www.wichern-kolleg.de