Ethikberatung im Evangelischen Johannesstift – Altenhilfe Region Spandau

Eine „gute“ pflegerische Versorgung, Begleitung und Betreuung von Pflegebedürftigen und schwerkranken Menschen in der letzten Lebensphase ist Aufgabe und Ziel professioneller Pflege. Dieser Anspruch beinhaltet vielfältige Aufgaben und komplexe Situationen im ambulanten, teilstationären und stationären Pflegealltag.

In erster Linie steht für eine „gute“ Pflege und Betreuung immer die individuelle Situation der zu Pflegenden. Diese wird mit der Umsetzung von geeigneten und individuell angepassten Pflegestandards und medizinischen Maßnahmen unterstützt. Was eine „gute“ Pflege bedeutet, obliegt folglich immer auch der subjektiven Bewertung der beteiligten Personen, vornehmlich der zu Pflegenden selbst, ihrer Angehörigen, ihrer nahestehenden Menschen und Bevollmächtigten.

Das „gute“ Handeln wird von unterschiedlichen Wertvorstellungen beeinflusst, aus denen folglich unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten resultieren. In diesem Sinne gehören ethische Fragestellungen und Entscheidungen zum Alltag in der Pflege.

Unterschiedliche Wertvorstellungen und ethische Entscheidungsmöglichkeiten werden dann relevant, wenn im Pflegeprozess einem gemeinsamen Handeln zu folgen ist und eine verantwortliche Entscheidung getroffen werden muss. Dabei kommt den Mitarbeitenden in allen Bereichen der Pflege häufig eine hohe Verantwortung zu. Sie bilden die Schnittstelle zwischen den zu Pflegenden, den behandelnden Ärzten, den Angehörigen, nahestehenden Menschen und den Bevollmächtigten. Sie geben ihre Einschätzungen an die behandelnden Ärzte weiter und stehen den zu Pflegenden und allen Ratsuchenden in schwierigen Entscheidungsprozessen, nicht selten aufgrund des bestehenden Vertrauensverhältnisses, beratend zur Seite.

Entscheidungen erfolgen in schwierigen pflegerischen Situationen oft spontan und situativ. Trotz struktureller Grenzen, sollte dies nicht einzelnen Mitarbeitenden auferlegt bleiben, sondern in einem strukturierten Prozess, der die unterschiedlichen Perspektiven aller Beteiligten einbezieht, stattfinden. Hieraus wird die Bedeutung ethischer Reflexion in Entscheidungsprozessen und ethisch begründeter pflegerischer und medizinischer Maßnahmen in der Pflege deutlich.