18.09.2020

Johannesstift Diakonie Jugendhilfe setzt sich für die Rechte von Kindern ein

Weltkindertag in Deutschland

Jedes Jahr werden am 20. September zum Weltkindertag in Deutschland die Rechte der Kinder ins Zentrum der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit gerückt. Grundlage ist die UN-Kinderrechtskonvention. Sie sieht unter anderem vor, dass Kinder sicher und ohne Diskriminierung leben können, Nahrung, medizinische Versorgung und Ausbildung erhalten und mitreden dürfen, wenn über ihr Wohlergehen entschieden wird. In der Johannesstift Diakonie Jugendhilfe setzen sich das ganze Jahr über etwa 500 Mitarbeitende dafür ein, dass diese Kinderrechte auch dort gelebt werden.

Stütz.Punkt.Schule: Recht auf Bildung verfolgen

Seit fünf Jahren setzt sich das Projekt Stütz.Punkt.Schule dafür ein, Schüler*innen der Klassen drei bis sieben mit Verhaltens- und Lernstörungen wieder in die Regelschulsysteme zu integrieren. Durch schulische und sozialpädagogische Ganztagsförderung mit zusätzlichen psychologischen und familienunterstützenden Angeboten kommen Kinder mit beispielsweise ausgeprägter Aggressivität oder Bindungsstörungen ihrem Recht auf Bildung so wieder näher.

Rebekka Karim, Psychologin bei Stütz.Punkt.Schule, Johannesstift Diakonie Jugendhilfe: „Es ist so wichtig, jemanden zu haben, der an einen glaubt und einem vertraut. Ich versuche, das an die Kinder und Familien weiterzugeben.“

Interessenvertretung von Kindern: Recht auf Mitsprache ausleben

Mit einer Art Kinderparlament sollen künftig die Anliegen von Kindern und Jugendlichen ab drei Jahren in der Johannesstift Diakonie Jugendhilfe noch stärker Gehör finden und umgesetzt werden: Je sechs demokratisch gewählte Jugendliche und Mitarbeitende werden die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen aus den Wohngruppen und ambulanten Betreuungsangeboten vertreten und auch die Umsetzung entsprechender Projekte verfolgen.

Jennifer Klimesch, Qualitätsbeauftragte Bereich Hilfen zur Erziehung Berlin, Johannesstift Diakonie Jugendhilfe: „In der Interessenvertretung lernen die Jugendlichen, ihre Interessen und die Interessen der Gemeinschaft, in der sie leben, wahrzunehmen, zu formulieren, an den richtigen Stellen zu thematisieren und mit Ausdauer an der Umsetzung zu arbeiten. Die Interessenvertretung soll ein ‚Proberaum‘ für Demokratie sein, was sie hoffentlich zu politisch und gesellschaftlich engagierten Menschen werden lässt.“

Schulsozialarbeit: Recht auf Teilhabe an Bildung und Gemeinschaft

Die Johannesstift Diakonie Jugendhilfe ist im Rahmen ihrer Schulsozialarbeit an 17 Schulen in Berlin & Brandenburg mit rund 40 Mitarbeitenden für Schüler*innen und deren Familien da. Ziel dabei ist es, Kindern, jungen Menschen und ihren Familien Perspektiven zu eröffnen, indem die Kolleg*innen sie befähigen, (Bildungs-)Chancen zu nutzen, und ihnen unterstützend, begleitend und fördernd zur Seite stehen. In der schulbezogenen Sozialarbeit vermitteln wir zwischen Schule, Eltern, Schüler*innen und Jugendamt und bauen tragfähige Netzwerke aus. Wir fördern ein soziales und gewaltfreies Miteinander durch Sozialkompetenztrainings und AG-Angebote. In Konflikt- und Krisensituationen können wir Schutzräume schaffen und gemeinsam mit den Kindern an Lösungswegen arbeiten.

Christine Hauer, Schulsozialarbeiterin Inklusiver Campus, Johannesstift Diakonie Jugendhilfe: „Alle Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf individuelle Teilhabe an Bildung und Gemeinschaft. Wir versuchen, die einzelnen Schüler*innen mit ihren Bedarfen zu sehen und zu schauen, wie wir die Umgebung Schule so anpassen können, dass Teilhabe für alle möglich wird.“