Gemeinwohlorientierung

Die Evangelisches Johannesstift Jugendhilfe gGmbH hat im Jahr 2015 zum ersten Mal eine Gemeinwohlbilanz nach den Maßgaben der Gemeinwohlökonomie erstellt. Das Handeln und die Organisation der Jugendhilfe gGmbH wurden dabei auf Gemeinwohlaspekte hin überprüft und bewertet. Die Ergebnisse bestimmen, auf welchen Aspekten das Augenmerk für die Organisationsentwicklung der kommenden Jahre liegt.

Ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft

Ihren Ausgangspunkt hat die Gemeinwohlökonomie in dem Bestreben, für die freie Wirtschaft ein Wirtschaftsmodell zu entwickeln und umzusetzen, dass unternehmerisches Handeln in einen Zusammenhang mit gesellschaftlicher Verantwortung und sozialem Engagement setzt. Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, demokratische Mitbestimmung und Transparenz sind zentrale Werte.

Gemeinwohlmatrix

In der Gemeinwohlmatrix werden diese Werte geordnet und genauer beschrieben. Sie dient gleichzeitig als Grundlage, um ein Unternehmen und dessen Handeln in Bezug auf die Umsetzung dieser Werte zu hinterfragen. Die Mehrung des Gemeinwohls tritt dabei als Bemessungsgrundlage für unternehmerischen Erfolg an die Stelle eines maximalen Gewinns oder Unternehmenswerts.

Sozial-ökologischer Wandel

Gleichzeitig möchte die Gemeinwohlökonomie in der Gesellschaft einen Wandel initiieren, bei dem wertschätzendes und sinnstiftendes Handeln ein grundlegendes und verbindendes Prinzip des gesellschaftlichen Miteinanders sind.

Link zur Gemeinwohlökonomie: http://berlin.gwoe.net/

 

Wie gemeinwohlorientiert ist die Jugendhilfe des Johannesstifts?

Ende Februar haben wir die Erarbeitung ihrer Selbsteinschätzung zur Gemeinwohlbilanz abgeschlossen. Mitarbeitende, Leitung und Mitarbeitervertretung haben sich damit auseinandergesetzt, wie ökologisch, nachhaltig, sozial und ethisch die Jugendhilfe gGmbH als Unternehmen agiert, bezogen auf die eigenen Strukturen, die Mitarbeitenden, die „Kunden“ und die Gesellschaft. Die Ergebnisse wurden als Bericht in einem kleinen Heft zusammengefasst.

Der Bericht zeichnet ein sehr differenziertes Bild der Evangelisches Johannesstift Jugendhilfe gGmbH:

Vorbildlich sehen wir uns hinsichtlich

  • der Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung,
  • der gerechten Verteilung des Einkommens,
  • der sozialen Gestaltung der Dienstleistung und
  • der Minimierung der Gewinnausschüttung an Externe

aufgestellt.

Lediglich erste Schritte haben wir hinsichtlich

  • eines ethischen Beschaffungsmanagements,
  • der Förderung ökologischen Verhaltens der Mitarbeitenden,
  • innerbetrieblicher Demokratie und Transparenz,
  • Erhöhung der sozialen und ökologischen Branchenstandards,
  • der Reduktion ökologischer Auswirkungen und
  • der gesellschaftlichen Transparenz und Mitbestimmung

unternommen.

Konsequenzen

2016 haben wir das Beschaffungsmanagement in der Jugendhilfe genauer analysiert und Ideen und Möglichkeiten entwickelt, Beschaffungen ökologischer, nachhaltiger, sozialer und regionaler - sprich: ethischer - zu gestalten.

2017 haben wir in einem internen Wettbewerb Projekte gesucht, die in unseren Einrichtungen den Einkauf ökologischer, regionaler, sozialer oder nachhaltiger gestalten. Im Rahmen des Wettbewerbs ist das Projekt "Weltretter werden" der JWG und WG Birkenwerder entstanden, das mit dem 1. Preis prämiert wurde. Mehr über das Projekt erfahren Sie hier [externer Link].