Waldgruppe der Kindertagesstätte

Unsere heutige Welt nimmt Kindern immer mehr die Möglichkeit, in der Natur zu sein, sie zu entdecken, sich zu bewegen, Freiräume zu haben, Abenteuer zu erleben.

Waldpädagogik möchte Kindern diese freien Entwicklungsmöglichkeiten zurückgeben. Gesunde Lebensweise, ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung verbinden sich in diesem Konzept. [Weitere Informationen zur Waldpädagogik erhalten Sie auf der Website des Bundesverbands der Natur- und Waldkindergärten Deutschlands e. V.]

Die Kindertagesstätte im Evangelischen Johannesstift erweitert deshalb ihr Gruppenangebot um eine "Waldgruppe". Sie hat Platz für zehn Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Auch zwei Integrationsplätze sind vorgesehen.Die Mitarbeiterinnen der Waldgruppe freuen sich, wenn's endlich losgeht.

Grundlage für die Arbeit ist das Berliner Bildungsprogramm.

 

Lernen durch ganzheitliches Erleben

Die Zeit in der "Waldgruppe" ist für die Kinder eine Zeit intensiven Erlebens. Sie lernen fast "nebenbei" Grundlegendes über die Natur, ihre Umwelt und sich selbst:

  • Natürliche Bewegungsmöglichkeiten und -anlässe fördern die motorische Entwicklung der Kinder.
  • Erleben der jahreszeitlichen Rhythmen und Naturerscheinungen.
  • Ganzheitliches Lernen durch intensive und unmittelbare ("echte") Sinneswahrnehmungen: Tasten, Riechen, Schmecken, Hören, Sehen - alle Sinne werden gefordert und gefördert. Gleichzeitig lernen die Kinder ihre körperlichen Grenzen kennen und achten.
  • Erfahren von "Stille" - das gesprochene Wort bekommt eine stärkere Bedeutung.
  • Pflanzen und Tieren werden in ihren originären Lebensräumen erlebt. Ökologische Zusammenhänge und Vernetzungen werden erfahrbar - die Wertschätzung der Natur und des Lebens als „Schöpfung“ wird gestärkt.
  • In der Gruppe erlernen und üben sie Selbst-, Sozial- und Sachkompetenz.

 

Tagesprogramm

Die Waldgruppe ist eine ganzjährige Vollzeitgruppe. Außerhalb der Kernzeit von 8.00 Uhr bis 15.00 Uhr werden die Kinder im gruppenübergreifenden Früh- bzw. Spätdienst der Kindertagesstätte betreut.

Bei extremen Wetterverhältnissen bietet ein eigener beheizter Bauwagen auf dem Gelände der Kindertagesstätte des Ev. Johannesstifts Schutz und die Möglichkeit sich aufzuwärmen. Toiletten und Waschräume der Kindertagesstätte werden mitgenutzt.

Mindestens vier Stunden am Tag verbringt die Gruppe in der Regel draußen und im Wald. Bei extrem niedrigen Temperaturen wird diese Zeit verkürzt.

Die Kinder und Erzieher treffen sich morgens in der Kindertagesstätte an ihrem Bauwagen. Danach geht es bis zum Mittagessen in den Wald. Der Weg dorthin führt über ein Feld und ist nur ca. 200 m weit. Dort können die Kinder Ihren eigenen Ideen nachgehen und sich ohne räumliche Begrenztheit in ihr Spiel vertiefen. Klare Regeln und Absprachen sorgen für den Rahmen, innerhalb dessen die Kinder frei entscheiden können, was sie tun:

  • Entdecken,
  • Forschen,
  • Gestalten,
  • Beobachten oder
  • Experimentieren.

Ganz natürlich lernen sie so den Wald und seine Bewohner zu allen Jahreszeiten kennen.

Mittag isst die Gruppe wieder am Bauwegen - bei gutem Wetter wird draußen gegessen, bei kaltem oder nassem Wetter im Bauwagen.

Nach der anschließenden Ruhepause gibt es Aktivitäten im und rund um den Bauwagen. Die Kinder hören Geschichten und Märchen, Gedichte, sie singen Lieder, lernen Finger-und Rollenspiele, sie hantieren und gestalten mit Naturmaterialien, werkeln, malen etc.