Wohngruppen mit Innewohner/-in (Erziehungswohngruppen)

Wohngruppen mit innewohnender Erzieherin/innewohnendem Erzieher (Erziehungswohngruppen)

Bis zu sechs Kinder und Jugendliche leben mit einer Sozialpädagogin oder einem Sozialpädagogen zusammen in einem gemeinsamen Haushalt. Stunden- oder – im Vertretungsfall – tageweise kommt ein zweiter Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin unterstützend dazu.

 

Intensives Zusammenleben

Die Wohngruppen mit innewohnendem Sozialpädagogen stellen die intensivste Betreuungsform in unseren Wohngruppenangeboten dar. Tag und Nacht ist der gleiche Mitarbeiter oder die gleiche Mitarbeiterin Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen –wie in einer Familie. Dadurch erleben beide Seiten die jeweils andere in allen Situationen des täglichen Lebens, mit allen schönen Momenten aber auch Konflikten, die der Alltag mit sich bringt.

Durch dieses enge Zusammenleben und die dauerhafte Anwesenheit können die Mitarbeite-rinnen und Mitarbeiter ganz gezielt, individuell und intensiv – da stetig – auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes eingehen. Konflikte werden nicht durch einen Schichtwechsel unterbro-chen. Gerade bei sehr vielschichtigen Problemlagen ist es überdies hilfreich, wenn der Infor-mationsstand nicht zwischen zu vielen Beteiligten ausgetauscht werden muss. Insbesondere langfristige Prozesse können so optimal und stetig begleitet und beeinflusst werden.

Gleichzeitig muss sich das Kind oder der Jugendliche nur an zwei neue Bezugspersonen ge-wöhnen. Oft fällt es dann insbesondere kleinen Kindern leichter, sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Die Kinder erleben Verlässlichkeit („die Erzieherin ist immer da“) und können wieder neu angemessenes Vertrauen zu Erwachsenen finden.

 

Jeder hat Stärken

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die besonderen Fähigkeiten und Interessen des Kindes. Durch ihre Stärkung verhelfen wir dem Kind zu einem positiven Selbstbild und schaffen die Grundlage für eine förderliche Persönlichkeitsentwicklung.

 

Eltern bleiben in der Verantwortung

Von besonderer Bedeutung ist dabei aber, dass diese „neue“ Familie nicht die Herkunftsfamilie des Kindes ersetzen soll. Wo es möglich ist halten wir den Kontakt zu den Eltern der Kinder. Sie werden über die Entwicklung ihres Kindes auf dem Laufenden gehalten, müssen die notwendigen grundlegenden Entscheidungen treffen und nach Möglichkeit Termine mit ihren Kindern wahrnehmen. Jeder Besuchskontakt wird von uns gefördert, solange er den Kindern gut tut.

 

Perspektiven

Manchmal gelingt die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern der Gruppe und den Eltern so gut, dass die Kinder wieder zu ihrer Familie zurückkehren können. Für die meisten Kinder führt der Weg jedoch hin zu einer selbständigen Lebensführung.

Unabhängig davon bleibt der Kontakt zwischen den Kindern und der Gruppe auch noch über Jahre nach ihrem Auszug erhalten, kehren sie zu Feiern immer wieder in ihr Zuhause auf Zeit zurück.

 

Spezialisierung

Einige Wohngruppe haben durch Erfahrungen und die entsprechenden Ausbildungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Arbeitsschwerpunkte ausgebildet. So gibt es derzeit Wohngruppen, die besonders geeignet sind für
- Mädchen mit Missbrauchs- oder Misshandlungserfahrung,
- Jugendliche mit unklarer sexuellen Orientierung oder
- Kinder und Jugendliche mit multikulturellem Hintergrund.

 

Alternativen

Für manche Kinder ist ein so enges Zusammenleben jedoch zu intensiv. Einen lockereren Rahmen finden sie in den Wohngruppen mit Sozialpädagogen im Schichtdienst.

Standorte:

  • Bezirk Spandau (Berlin)
  • Mildenberg (Brandenburg, Landkreis Oberhavel)