19.04.2013

"Lasst Eure Träume fliegen" - Eine Lesenacht aus Sicht des 14-jährigen Matti Lorchs

Der 14-jährige Matti Lorch hat sein Betriebspraktikum bei der wirkhaus GbR gemacht, einer Agentur für Öffentlichkeitsarbeit. Dabei war er auch als Reporter im Einsatz. Im Januar 2013 besuchte er eine Lesenacht der Bildungskampagne „Kinder beflügeln“. Dies ist sein Bericht.

Eine Lesenacht, bei der sich alles ums Fliegen dreht – als ich gegen sieben Uhr abends am Treffpunkt auf dem Gelände des Johannesstifts ankam, war ich sehr gespannt, was mich erwartet. Den 14 Mädchen und sechs Jungen aus der 4. Klasse der Charlie-Rivel-Grundschule Spandau ging es bestimmt nicht anders.

Edda Eska und Frank Schulz, zwei Mitarbeiter von Lesart, einem Verein für Kinder- und Jugendliteratur in Berlin, stellten mich den Kindern vor. Dann gab es ein gemeinsames Abendbrot, wobei die Stimmung sehr fröhlich war.

Die Lesenacht begann später mit einer Durchsage des Flugpersonals: „Das Boarding beginnt jetzt! Bitte stellen Sie sich an, damit wir die Tickets ausgeben können.“ Ich habe, wie alle anderen, mein Flugticket bekommen und mir wurde mein Platz zugewiesen: L9 in der letzten Reihe. Uns wurden, wie in jedem Flugzeug, die Sicherheitsregeln erklärt und wir wurden gebeten, zum Start unsere Handys auszuschalten. Um den Ohrenduck beim Start zu verringern, bekam jeder ein Bonbon.

Als der Start begann, hörten wir kurze Abschnitte von Liedern, die vom Fliegen handelten. Die Flugbegleiter (Edda Eska und Frank Schulz) fragten uns, wie wir die Lieder empfanden und was sie für Gefühle bei uns auslösten. Nachdem wir über die Lieder gesprochen hatten, stand ein Ratespiel auf dem Programm. Dabei musste ein Spieler eine Karte ziehen, auf der ein Fluggerät oder ein Tier abgebildet war, das fliegen kann. Dann musste er nur mit Bewegungen darstellen, was auf der Karte war. Sehr lustig fand ich dabei, die Grimassen der Kinder zu sehen.

Auf den Spuren von da Vinci
Nach dem Ratespiel wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Meine Gruppe ging mit Edda in das obere Stockwerk des Flugzeugs. Oben angekommen, erzählte sie uns etwas über die Geschichte und den Traum des Menschen vom Fliegen. Dann haben wir über Leonardo da Vinci geredet und es wurden Bilder von seinen Konstruktionen und Zeichnungen herumgegeben. Eine der Zeichnungen zeigte einen sehr komisch aussehenden Fallschirm. Wir bekamen ein quadratisches Stück Papier und vier Fäden, woraus wir selber einen Fallschirm bauten.

Als ich fertig war, habe ich den anderen Kindern geholfen und Fotos gemacht. Danach sind wir in das Treppenhaus gegangen und haben der anderen Gruppe durch einen Testflug unsere Fallschirme präsentiert. Nach einer kleinen Pause haben wir dann ein Suchspiel gespielt. Edda und Frank zeigten uns eine große Luftaufnahme auf einer Leinwand und Bilder von fünf kleinen Objekten, die wir in dem großen Bild finden sollten. Das letzte Bild war ein Plan des Johannesstifts, auf dem ein blauer Ballon abgebildet war. Diesmal stellte ich den Kindern eine Aufgabe: Sie mussten in der Aufnahme ihr Hotel ausfindig machen, was sie nach einiger Zeit auch schafften.

Da es schon spät war, wollten viele Kinder in das Hotel. Die anderen, die noch nicht müde waren, sind zu dem Ort gegangen, wo sich der Ballon befand. Als wir dort ankamen, fanden wir außer dem Luftballon auch einen Brief in dem stand: „Lasst eure Träume fliegen.“

Wir sollten also unsere Träume auf einen Zettel schreiben und an den Ballon heften. Damit auch die anderen Kinder etwas davon haben, beschlossen wir, den Ballon erst am folgenden Tag fliegen zu lassen. Anschließend verabschiedeten wir uns, ein spannender Tag ging zu Ende und die Kinder gingen müde ins Hotel.

„Unser Ziel ist es, Literatur für Kinder mit allen Sinnen erfahrbar zu machen“, hatte Claudia Lukat, die Projektleiterin von „Kinder beflügeln“ mir gesagt. Am Ende des Tages hatte ich selbst erfahren, was sie damit gemeint hatte.