Dritte Perle: Terpsichore in Charlottenburg

Gemeinschaftsbildung durch Tanz 2013.

Terpsichore - die Muse der Chorlyrik und des Tanzes. Sie gehört mit ihren acht Schwestern zu den olympischen Musen - alle gleichsam Töchter der Mnemosyne und des Göttervater Zeus.

2500 Jahre alte griechische Mythologie. Aber wie könnte es heute gelingen, jene Muse und ihre Künste zehn- und elfjährigen Kindern nahe zu bringen?

Neun Kinder der Charlie- Rivel- Grundschule verließen für ein halbes Jahr gewohnte Pfade und wurden Entdeckerinnen und Entdecker Berliner Kultur. Ihre erwachsenen KulturPiloten - die Pädagogin Esther und der bildende Künstler Tuna - halfen ihnen dabei. Sie organisierten den gesamten Rahmen für die Forschungsreise. Wohin ging die Reise?

Zuerst besuchten sie die Komische Oper, dann das klingende Museum und schließlich das Schloss Charlottenburg. Im neuen Flügel jenes Schlosses erwartete die Kulturpiloten eine große Überraschung. Tuna und Esther hatten die erwachsene KulturPilotin und Historikerin Susanne von Osten-Sacken eingeladen, die üblicherweise die Staffel Klio (Geschichte) begleitet.

Sie hatte etwas Besonderes für die Terpsichore-Kinder vorbereitet.

Einladung zum Höfischen Tanz

Ein riesiger Raum mit hölzernem Boden, Kronleuchtern an der Decke und einer Menge Gold an den Wänden erstreckte sich vor den Kindern. In der Mitte auf rotem Samt: eine goldene Krone. Wow! Die Kinder staunten.

Aber: …etwas verloren schienen sie auch zu sein in dieser Umgebung….

Doch Susanne begrüßte sie freundlich und führte sie in die Geschichte des Schlosses und des Höfischen Tanzes ein. An diesem historischen Ort sollten die Kinder noch einige weitere Schritt gehen dürfen.

Die Kinder bekamen edle höfische Gewänder zum Ankleiden und Susanne erklärte die typischen Gesten zu Hofe, weiter Tanzschritte und die Gruppenaufstellung. Das Orchester (in diesem Fall: eine Musikanlage)  begann zu spielen und - gemäß dem Spruche “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.” -  begann der Tanz.

 

 

 

 

 

 

 

Durch die klaren Vorgaben des Tanzes konnten sich die Kinder sicher fühlen und sich in dem vom Zeremoniell frei gebliebenen Spielraum entfalten. Es schien, als ob es Ihnen eine willkommene Abwechslung war und die Kinder gingen regelrecht auf in dem mal heiteren, mal ernsten Tanzspiel.

Einige Kinder, die es gewohnt waren, in Konkurrenz oder Angst zueinander zu stehen, fanden hier erstmals eine Annäherung. Andere genossen den spielerisch aufregenden Kontakt an solch einem besonderen Ort.

Aus den neun Kindern zweier unterschiedlicher Klassen ist eine Gruppe geworden. Tuna berichtete mir, dass dieses Erlebnis noch Wochen auf die Gruppe ausstrahlte. Dass sich einige der von KulturPiloten bei nachfolgenden Treffen sehr freundlich und achtsam begrüßten - es schien, als ob sie von dem Erlebnis weiter zehren würden.

In der Regel berichten die Kulturpiloten aller Staffeln ihren Mitschülerinnen und Mitschülern von ihren Ausflügen. Am Ende der Staffel findet dann in den Schulen eine Vorführung oder ein Reisebericht statt. Die KulturPiloten der Staffel Terpsichore haben es sich nicht nehmen lassen, ihren Tanz sowohl in der Schule als auch bei der KulturPiloten-Abschluss-Party allen anderen Kindern, Unterstützenden und Gästen stolz zu präsentieren.