05.11.2019

Wenn wir in unserem Reden gehört werden wollen, ist es hilfreich, uns in Stille zu üben. - Ein Begleitseminar des Wichern-Kollegs

20 Menschen in einem Raum, die Augen geschlossen, kein Wort… jedenfalls kein laut Ausgesprochenes. „Schweigend ins Gespräch vertieft“ trifft es wohl ganz gut. Nach einer Weile öffnen sich die Augen und gemeinsam werden eingängige, kurze Lieder wie: „Meine Seele ist Stille zu Gott, der mir hilft“ gesungen. Danach breitet sich wieder das Schweigen und der Blick in sich, über die Gruppe aus. Das Begleitseminar „Weekend in Silence“ im Zentrum Kloster Lehnin vom 01.-03.11.2019 für 19 Studierende aus dem Wichern-Kolleg, stand ganz seinem Namen gemäß, unter dem Zeichen der Selbsterfahrung von Stille:

„Begleitet von Pfarrerin Andrea Richter (Spiritualitätsbeauftragte der EKBO) ging es in dieser gemeinsamen Zeit um die innere Haltung zu sich selbst, zum Gebet und zu Gott. Am Freitagabend starteten wir mit einem Impuls in der Torkapelle, einem historischen Ort, an dem die Pilger*innen in der langen Geschichte des Klosters empfangen und aufgenommen worden sind, so wie wir an diesem Tag, nur dass wir eher sowas waren wie „Luxus-Pilger*innen“, welche mit der Bahn anreisten. Am Abend sind wir dann in das Schweigen eingetaucht.

Das Programm des Wochenendes bestand aus Impulsen zu Bibeltexten, Erläuterungen und Erfahrungen zu Gebetstechniken wie dem Körpergebet und dem Herzensgebet. Wir haben gemeinsam meditative Gesänge gesungen, u.a. auch viele Taizé Lieder. Es gab Zeit, um in der Bibel zu lesen, dem Gesagten nachzugehen, einen Spaziergang über das wunderschöne Klostergelände zu unternehmen, im Malen kreativ zu werden oder einfach in der Meditation über Gottes Wort zu verharren und eben nicht zuletzt dem Schweigen. Neben den Einheiten, die wir als Gruppe erfahren haben, gab es jede Menge Zeit, die jeder und jede für sich individuell im Schweigen verbringen konnte. Dabei ging es nicht nur ums still werden, wo wir den Lärm abschalten und die Nerven ruhig werden lassen können, sondern um ein mehr; ein mich loslassen. Im Schweigen vor Gott ist damit – Stille – und Reden – und Handeln – und Hoffen – und Lieben zugleich.

Ein wirklich besonderer Moment entstand am Samstagabend, als jede*r von uns eine Kerze bekam um mit dieser in die Klosterkirche zu gehen und alle Kerzen entzünden, die wird finden konnten. Währenddessen lief eine Tempelmusik. Als die Kirche nach und nach durch uns erleuchtet wurde, gab es die Möglichkeit sich in den Bankreihen Zitate aus dem Herzensgebet durchzulesen und inne zu halten. Zum Beispiel: „Das Herzensgebet ist „ein Schütten der Worte ins Schweigen.“ (G.Wunderle); „Das Herzensgebet wird wie ein Samenkorn in den Acker des Herzens eingesenkt. Dort entfaltet es sich in aller Stille durch die Treue in der täglichen Einübung.“ (F-X. Jans); „Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich führet zu Dir. Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir!“ (K. v. d. Flue).

Am Sonntagmorgen beendeten wir die Zeit des Schweigens dann in einem selbst-mitgestalteten Gottesdienst. “

Lucas, Klara und Rebecca

 

Das Wichern-Kolleg bildet Diakon*innen im Auftrag der EKBO (Evangelische Kirche Berlin Brandenburg schlesische Oberlausitz) aus. Diakon*innen arbeiten in diakonischen Einrichtungen, Kirchengemeinden und in überregionalen kirchlichen Dienststellen. Sie sind tätig in der Sozial- und Bildungsarbeit, in pflegerischen und erzieherischen Arbeitsfeldern, Seelsorge und Beratung. Die nächste Möglichkeit die Ausbildung in Vollzeit aufzunehmen, besteht ab März 2020. Bewerbungen dafür werden bis 07. Januar entgegengenommen. Ein berufsbegleitender Ausbildungsgang beginnt wieder am 1. Oktober 2020.

Ausbildungsleitung, Pfr. Dr. Thorsten Klein

030/ 33609-696

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