Ein Lauf der Emotionen beim 4. Run of Spirit 2012

 

Der vierte Run of Spirit 2012, wurde ein Festival der Gefühle. Fast 1.100 Läuferinnen und Läufern stellten einen neuen Teilnehmerrekord auf. Dabei wurde Niels Bubel, der Sieger im Hauptlauf mit Streckenrekord, zum Doppelgewinner des Run of Spirits. Da er zuvor, am 21. April, auch beim 1. Run of Spirit im polnischen Poznan gewonnen hatte. Am Ende waren aber alle Sieger, die teilgenommen haben und die Ziellinie überqueren konnten.

Für eine ganz besondere Stimmung sorgten dabei die vier eingeladenen, internationalen Gäste. Sie kamen aus vier Nationen, mit vier verschiedenen Religionsformen und unterschiedlichen Handicaphergang. Der Star- und inzwischen Stammgast Henry Wanyoike, im 21. Lebensjahr durch Ernährungsmangel erblindete kenianische Ausnahmeläufer kam mit seinem einheimischen Guide Joseph Kibunja. Beide qualifizierten sich kurz zuvor für die Paralympics in London 2012 im Marathonlauf und trafen auf ihre langjährige, von Geburt an blinde Berliner Freundin Regina Vollbrecht. Sie nahm in Begleitung von Lennart Sponar teil, der in den vergangenen Jahren an der Seite von Henry lief und diesmal großes Fingerspitzengefühl zeigte für das schnelle Tempo, der deutschen Rekordhalterin im Marathonlauf. Marcin Grabiński aus dem polnischem Lubliniec, der im Altersgang erblindete, noch eine Restsehfähigkeit besitzt und einmal die 100km von Biel laufen möchte, war leider verletzt angereist. Er kam mit seinem Guide Kazimierz Kordziński, freute sich noch über seine kürzlich verbesserte Halbmarathon-Bestzeit und walkte die 5km. Zudem übernahm Marcin die Medaillenübergabe im Ziel, wo zu seinen Ehren er sich auch auf der Prägung wiederfand.

Doch der heimliche Star war Liav Solomovich mit seinem Guide Gai Mosche Ben-Dor. Erst seit gut drei Jahren ist er Läufer, weil er lange mit seiner schleichenden Erkrankung haderte, die neben dem Sehvermögen auch den Hörsinn beeinträchtigte. Im Sport findet er nun einen Ausgleich und kann sich körperlich besser konstituiert, den Aufgaben des Alltags stellen. Die Reise war trotzdem von innerer Zerrissenheit geprägt - Einen Großteil seiner Familie hat er im Holocaust verloren. So kam er als eingeladener Sportler etwas distanziert und ging als Freund. Sein Guide Gai Mosche, der ihn auch emotional stärkte, hat vor einiger Zeit in Tel Aviv die Sportvereinigung ‘Never Give Up‘ gegründet, für Menschen mit einem Handicap. Ein Motto, das alle Sportlerinnen und Sportler des Run of Spirit vereint.

 

Fotos

Bilder vom Run of Spirit 2012 finden Sie hier