Charity-Projekt 2012

 

Das Reitprojekt "Ira"

Gutes Tun – das ist der Geist des“ Run of Spirit“. Nicht nur dem eigenen Körper Gutes tun mit Sport, sondern auch Ideen unterstützen, die den Gedanken des „Run of Spirit“ in sich tragen. Eine dieser Ideen ist das Reitprojekt „Ira“ auf dem Gelände des Johannesstifts, in dem behinderte Menschen und traumatisierte Kinder und Jugendliche Hilfe finden. 10% der Startgelder des „Run of Spirit“ 2012 fließen in dieses Projekt. Davon profitieren Menschen wie die dreizehnjährige Jana.

Jana lebt seit mehreren Jahren in einer Einrichtung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung im Johannesstift. Von Geburt an hat Jana ihr Leben liegend oder gestützt im Rollstuhl verbracht. Eine Körperbehinderung, die alle vier Gliedmaßen betrifft (spastische Tetraparese) machte es ihr lange Zeit unmöglich, ohne Unterstützung aufrecht zu sitzen. Geholfen hat Jana eine spezielle „Hippotherapie“, wie sie in der Reithalle auf dem Gelände des Johannesstifts angeboten wird. Hippotherapie (Therapeutisches Reiten) ist eine Form der Physiotherapie, die in ihrer Wirkung von anderen Verfahren kaum erreicht wird. Menschen mit Behinderungen sitzen in Begleitung eines ausgebildeten Hippotherapeuten, der sie absichert und in der Bewegung unterstützt, auf dem Rücken eines Pferdes, während das Pferd im Schritttempo geführt wird. Dabei überträgt sich der Schwung des Pferderückens auf den gesamten Körper des Reiters. Je nach Schweregrad der Behinderung wird die Rumpfmuskulatur aktiviert und der Oberkörper aufgerichtet. Jana hat mit dieser Form der Therapie nicht nur gelernt, zum ersten Mal im Leben frei zu sitzen – die Freundschaft mit „ihrem“ Pferd hat ihr auch geholfen, Ängste abzubauen und Sicherheit zu gewinnen. Vom Pferderücken auf die Welt zu blicken – das ist für Kinder und Jugendliche, die meist vom Rollstuhl aus zu anderen hochsehen müssen, eine einzigartige Erfahrung.

Selbstvertrauen und Verantwortung entwickeln – darum geht es auch in den pädagogischen Reitangeboten für Kinder und Jugendliche, die in Jugendhilfe-Wohngruppen im Evangelischen Johannesstift betreut werden. Alkoholsucht der Eltern, Vernachlässigung oder Missbrauch sind Gründe, warum diese – oft traumatisierten - Kinder nicht mehr in ihrer Familie leben können. Pferde sind für sie ein wichtiges therapeutisches Medium. Der Umgang mit dem Pferd macht sie selbstbewusster, ruhiger, aufmerksamer und offener. Wie nebenbei lernen sie, ihre eigenen Fähigkeiten einzuschätzen, Selbstvertrauen und Vertrauen gegenüber dem Pferd zu fassen und Durchzuhalten. Wer mit einem Tier vertrauensvoll und sicher umgeht, ist auch stark für gesunde zwischenmenschliche Beziehungen.

Momentan profitieren rund 25 Menschen von diesem speziellen, von öffentlichen Kostenträgern nicht finanzierten Angebot.
Die Reittherapie „Ira“ ist daher auf Spenden angewiesen.