Berufsfachschule für Sozialassistenz

Staatlich geprüfte Sozialassistentinnen und Sozialassistenten arbeiten in unterschiedlichsten Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe sowie in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Sie unterstützen Menschen in verschiedenen Lebensphasen und Lebenssituationen.

Ausbildung

Die Ausbildung an der Berufsfachschule für Sozialassistenz wird in Vollzeitform angeboten, dauert zwei Schuljahre und wird mit einer Prüfung abgeschlossen.

Sie erweitert die Allgemeinbildung und schafft Voraussetzungen für weiterführende Qualifizierungen, z.B. an Fachschulen.

Die Ausbildung gliedert sich in einen berufsübergreifenden und einen berufsbezogenen Lernbereich und wird durch Religions-/Ethikunterricht ergänzt.

Fächer und Inhalte

Fächer des berufsübergreifenden Lernbereiches sind Wirtschafts- und Sozialkunde, Deutsch/Kommunikation, Englisch, Mathematik sowie Sport und Bewegungserziehung.

Der berufsbezogene Unterricht wird in Lernfeldern unterrichtet und vermittelt Inhalte aus

  • der pädagogischen, psychologischen und soziologischen Theorie und Praxis
  • Pflege, Gesundheitserziehung, Ernährungslehre und Hauswirtschaft
  • der musisch-kreativen Erziehung
  • dem berufskundlichen Bereich

Bei erfolgreichem Abschluss erwerben die Schülerinnen und Schüler den Berufsabschluss als staatlich geprüfte Sozialassistentin / staatlich geprüfter Sozialassistent.

Die Ausbildung erweitert die Allgemeinbildung und ermöglicht zusätzlich den Erwerb des erweiterten bzw. des mittleren Schulabschlusses.

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Einblicke ins Schulleben von Auszubildenden

Die Oper: Faszination oder Abneigung?

Eine Reportage aus dem Projektunterricht " Fremdsein und Fremdheit" an der Berufsfachschule für Sozialassistenz von Katerina Iofe (Sommer 2018)

Da stehe ich, zum ersten Mal in meinem Leben vor einem Operngebäude. Mein Herz schlägt hoch. Ich bin sehr aufgeregt und zugleich sehr gespannt darauf, was auf mich gleich zukommt.

Aber zuerst erzähle ich, wie ich dazu gekommen bin, eine Oper zu besuchen. In einem Projektunterricht haben wir die Aufgabe bekommen, etwas Fremdes für uns zu erkunden und darüber eine Reportage zu schreiben. Ich saß da, war völlig verzweifelt und wusste nicht, wohin ich gehen soll, um etwas Neues für mich zu entdecken. Als ich nach Hause kam, fragte ich meine Mama: „Mama, sag mal, was glaubst du, was für mich fremd ist, etwas, wo ich noch nie war?“ Die Antwort kam wie geschossen. Ohne sich lange darüber Gedanken zu machen, meinte meine Mama zu mir: „Du weißt doch, ich habe dir schon immer gesagt, dass jeder Mensch wenigstens einmal in seinem Leben die Oper besuchen sollte. Es gehört zur Allgemeinbildung. Da warst du noch nie.“ Freiwillig hätte ich es nie gewagt dorthin zu gehen, aber jetzt ist die gute Möglichkeit gekommen, mich damit auseinanderzusetzen.

Es war nicht leicht, mich zwischen so vielen Vorstellungen, die ich gar nicht kannte, für eine entscheiden zu müssen. Nach langer Recherche im Internet, bin ich auf etwas sehr Interessantes für mich gestoßen. Eine russische Oper, „Ewgeni Onegin“, die ich schon in meiner Schulzeit als ein Roman von Alexandr Puschkin gelesen habe. Da war es für mich sofort klar: Das ist es. Zusammen mit meiner Mama haben wir uns an dem Aufführungstag schön angekleidet, wie es in einer Oper üblich ist, und sind los gefahren.

Wir kommen näher, die Tür steht schon offen. Obwohl noch viele Menschen draußen stehen und wir noch eine gute halbe Stunde Zeit haben, kann ich nicht mehr erwarten, da rein zu gehen. Meine Neugier macht mich verrückt und diese Frage: wie alles innen aussieht. Von außen sieht das Gebäude sehr schlicht und unattraktiv aus. Es ist schon ziemlich anders, als ich es mir vorgestellt habe. Wir gehen hinein, das Foyer ist in Rot-Schwarz gehalten und durch die Verspiegelung der Wände vergrößert. Überall sind rote Teppiche ausgelegt. Vor uns steht ein gut aussehender, eleganter Mann in einem schwarzen Smoking mit einer dazugehörigen Fliege. Mit einem Lächeln im Gesicht bittet er uns, ihm die Tickets vorzuzeigen. „Zweiter Rang rechts“, sagt er und zeigt uns die Richtung, wo wir lang müssen.

Durch die roten Vorhänge, die an der Tür hängen, komme ich rein. Was ich hier sehe, verschlägt mir den Atem. Die moderne, unauffällige Fassade täuscht von außen sehr. Innen sind die alten im Barock gehaltenen Gebäudebestandteile erhalten und mit den modernen Bauteilen integriert worden. Man sieht jetzt die ganze Pracht von dem üppig in Gold-Rot ausgeschmückten Saal. Die Decke und die Umrandungen von Balkonen sind mit Stuckornamenten mit feinster Vergoldung verziert. Unter der hohen Decke hängt ein großer Kristallkronenleuchter. An den Wänden sind Statuen aus Marmor platziert. Diese unglaubliche Fülle von Marmor, Samt, glänzendem Kristall und Gold schafft ein Gefühl von Feierlichkeit und Luxus.

Wir finden unsere Plätze und setzen uns auf die bequemen Sitze aus rotem Samt. Diese haben mich voll beeindruckt, weil sie mit einer eingebauten Übersetzungsanlage ausgestattet sind. „Mama schau´ mal, wenn ich von dem Gesang nichts verstehe, kann ich wenigstens den Text auf dem Bildschirm lesen. Ist das nicht faszinierend?!“

In diesem Moment geht das Licht aus und alle fangen an zu applaudieren. Meine Aufregung steigt, das Herz schlägt schneller. Das Orchester fängt an zu spielen, diese bemerkenswerte Akustik hat mir zum zweiten Mal den Atem verschlagen und mich sofort emotional mitgenommen. Ich schaue mich um, um zu sehen woher es kommen kann, aber finde nichts. Meine Mama hat es bemerkt und sagt mir leise ins Ohr: „Das Orchester sitzt in einem sogenannten Orchestergraben vor der Bühne.“ Was, ein Orchestergraben? Das will ich sehen!

Langsam öffnet sich der Bühnenvorhang. Unglaublich ist, was ich da sehe: Eine Waldkulisse mit verschiedenen Hügeln, Bäumen und grünem Gras. Eine Dame, die auf dem Stuhl sitzt, fängt an zu singen. Sofort bricht meine Freude zusammen und nur ein Gedanke schießt mir durch den Kopf: Wie soll ich das bloß fast drei Stunden überstehen. Für mich war sofort klar, dass dieser Ariengesang nichts für mich ist und ich es nicht ertragen kann. Ich verstehe fast kein Wort, obwohl es in meiner Muttersprache gesungen wird. Gut, dass ich auf meinem Sitzdisplay alles lesen und wenigstens die Geschichte dahinter verstehen und nachvollziehen kann. Obwohl die Geschichte, die Inszenierung und die Kostüme sehr gut sind, kann ich nicht mehr erwarten bis die Pause anfängt. Es ist soweit. Nach fast zwei Stunden schließen sich die Bühnenvorhänge. Ich laufe sofort nach vorne, um das Orchester zu sehen. Wahnsinn, so viel Platz ist da unten. Sehr viele Instrumente stehen hier. Das habe ich gar nicht erwartet. Sehr gut haben sie sich versteckt. Es ist eine Entdeckung für mich, so was habe ich noch nie gesehen.

Nach der Pause hat die Bühne eine andere Kulisse bekommen. „Noch eine halbe Stunde.“, beruhige ich mich. Mit einem kräftigen Applaus verabschieden wir uns und gehen endlich. Ich bin sehr müde und will so schnell wie es geht wieder nach Hause.

Nach dieser Erfahrung kann ich nur sagen, das war es wert, es zu erleben. Ja, mir hat nicht alles gefallen, aber diese atemberaubende Atmosphäre und das Ambiente waren einfach zauberhaft. Ich bin sehr froh darüber, es erleben zu können. Es hat sich gelohnt. Mein Entschluss steht aber fest, nie wieder will ich es mir antun.

Euch will ich einen Rat auf den Weg geben. Habt keine Angst etwas Neues, etwas für euch Fremdes, zu erkunden. Es kann sowohl schlechte als auch gute Gefühle verursachen. Das erfährt ihr aber nicht, wenn ihr den Schritt nicht wagt. Ich mach euch Mut und ermutige euch etwas Neues zu erleben! Viel Spaß beim Entdecken!!!