Die Geschichte von Lisbeth M.

Die Geschichte von Lisbeth M.: ein kleines Gebet am Heiligabend

Heiligabend 2002. Zwischen Abendessen und Bescherung klingelt bei uns das Telefon. Der Mitarbeiter des Infopavillons stellt den Notruf einer 93-jährigen Spenderin durch. Sie wurde am 23.12.2002 aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen und sitzt hilflos, frierend und ohne ausreichende Lebensmittel in ihrer kalten Wohnung. Sie weiß nicht mehr weiter und fragt, ob wir nicht helfen könnten. Nachdem ich meiner Familie die Situation erklärt habe, fahre ich zu ihr und stelle fest, dass sie wirklich nicht allein in ihrer Wohnung bleiben kann. Ein Anruf in unserer Kurzzeitpflege ergibt, dass ich Frau M. ohne großen Verwaltungsaufwand dort sofort unterbringen kann.

Ich ziehe Frau M. warme Kleidung an und bete auf dem 100m langen Weg zwischen Wohnhaus und meinem Auto: „Lieber Gott, bitte lass in dieser Heiligen Nacht Frau M. diesen Fußweg bis zum Auto schaffen und lass uns heil im Stift ankommen.“ Er scheint mein Gebet erhört zu haben. Frau M. wurde in der Kurzzeitpflege versorgt und wieder aufgepäppelt. Sie zog im Anschluss an diesen Aufenthalt noch für weitere drei Jahre in den stationären Pflegewohnbereich des Johannesstifts.

Wir hatten zum Glück Raum in der Herberge!