04.05.2018

Nach 80 Jahren wiederentdeckt: „Licht vom unerschöpften Lichte“

Das Evangelische Johannesstift präsentiert den ersten Tonfilm der Diakonie in digitalisierter Fassung

Kinder des Therapieheims Birkenhof beim Mittagessen, liegend entsprechend der „Klappschen Methode“Anlässlich des 160. Jubiläums des Evangelischen Johannesstifts lädt das Historische Archiv zur Präsentation des Dokumentarfilms „Licht vom unerschöpften Lichte“ am Mittwoch, 9. Mai um 16.00 Uhr im Großen Festsaal herzlich ein. Bei dem in den Jahren 1938/39 entstandenen Film handelt es sich um den ersten Tonfilm der evangelischen Kirche und der Diakonie. Der vom Zahn der Zeit stark angegriffene Film wurde letztes Jahrdigitalisiert, um ihn so vor dem Verfall zu retten. Der Film vermittelt in beeindruckender Weise einen Einblick in die Arbeitszweige des Johannesstifts in den 1930er Jahren, wie etwa die Erziehung von vernachlässigten Kindern und Jugendlichen, das Leben in den Pflegeheimen für alte Menschen und für Menschen mit Behinderung. Wohl einzigartig sind die Szenen, in denen die damals moderne „Klappsche Methode“ zur Behandlung von Rückgratschädigungen bei Kindern demonstriert wird. Der Film vermittelt einen Eindruck der vom christlichen Menschenbild getragenen diakonischen Arbeit zwischen Anpassung und Selbstbehauptung in der Zeit des Nationalsozialismus. Er durfte in der NS-Zeit nur im kirchlichen Rahmen gezeigt werden.

Stiftsarchivar Helmut Bräutigam wird in die Entstehung und die Hintergründe des Filmes einführen. Im Anschluss besteht Gelegenheit zu Diskussionen und Gedankenaustausch.