30.08.2018

Kein Praktikum wie jedes andere – Rückblick auf ein Vorstudium am Wichern-Kolleg

Zweimal im Jahr, im März und im September, beginnt für Ausbildungsinteressierte am Wichern - Kolleg die Ausbildung zur Diakonin/zum Diakon in Vollzeit. Das erste halbe Jahr, das praktisch orientierte Vorstudium, vermittelt einen Eindruck von dem, was die spätere Berufspraxis so mit sich bringen kann und einen Einblick in das, was in den Folgejahren am „WiKo“ gelehrt wird. Im März dieses Jahres nutzten Jasper und Asdrubal die Chance für den Einstieg in die Ausbildung.

Der eine von der Ostseeküste, der andere von weit her aus Costa Rica zu uns kommend, absolvierten beide hier im Johannesstift ein Praktikum in der Behindertenhilfe gGmbH und unterstützten dort die Teams bei der Begleitung erwachsener Menschen mit Beeinträchtigung. Ist das Vorstudium im Schwerpunkt ein Praktikum, gab und gibt es für die Teilnehmenden doch auch immer noch vielfältige andere Aufgaben zu stemmen, wie die Betreuung des wöchentlichen Studi-Treffpunkts, Schulwochen und die Teilnahme an Gemeinschaftsaktivitäten. Und jetzt sind die ersten sechs intensiven Monate der Ausbildung für Asdrubal und Jasper zu Ende. Gemeinsam mit Eugen und Rick, zwei Studierenden der Fachausbildung haben sie den Studi-Treffpunkt gewuppt. Gut gemacht!

Die Studienwoche mit Diakoninnen und Diakonen bei der Berliner Stadtmission hat bleibende Eindrücke hinterlassen. Nach ihren Erfahrungen gefragt, sagt Jasper unter anderem: „Die Vorbereitung und unsere Mithilfe für das Sommerfest der City-Station war eine schöne Abwechslung. Wir haben uns mit Diakonin Anna-Sofie Gerth in der City-Station getroffen, welche sich in der Nähe des Kurfürstendamms befindet. Die City-Station ist eine Art Restaurant für Wohnungslose und Geringverdienende. Jede und Jeder ist willkommen, um in der Gemeinschaft mit unterschiedlichen Menschen aus unterschiedlichen sozialen Umfeldern, wie in einem Restaurant etwas zu essen zu bekommen für einen sehr kleinen Preis.“

Asdrubal, der in diesem sowieso schon intensiven Halbjahr auch noch mal eben seinen B2 Abschluss in „Deutsch als Fremdsprache“ gemacht hat, ergänzt: „Früher habe ich gedacht, dass es einfach keine Leute gibt, die auf der Straße leben, weil Deutschland ein reiches Land ist und es hier viele Möglichkeiten für eine gute Zukunft gibt. Jetzt verstehe ich besser, dass Leute die auf der Straße leben nicht nur z.B. Leute mit Drogenproblemen sind, sondern auch arme Leute oder Menschen mit Psychischen Krankheiten und auch Leute, die hier in Berlin keine Wohnung finden können.“

Mit einem Rucksack voller neuer Erfahrungen und Begegnungen machen sich beide nun auf den Weg in die 2. Phase der Ausbildung, die Fachausbildung. Asdrubal wird in Berlin eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger antreten und Jasper hat sich für eine reformpädagogische Ausbildung zum Erzieher in Greifswald entschieden. Alles Gute und Gottes Segen dazu, sowie die Vorfreude auf ein Wiedersehen bei unseren Begleitseminaren und Gemeinschaftsfesten! Den Staffelstab der „Neuen“ geben sie erstmal weiter an eine bunt gemischte Gruppe aus 10 jungen Menschen, die am kommenden Montag am Wichern-Kolleg die Ausbildung in Vollzeit antreten. Auf ein Neues!

Die Ausbildung zur Diakonin/zum Diakon am Wichern-Kolleg kann in Vollzeit, über einen Quereinstieg oder berufsbegleitend absolviert werden. Erfahren Sie mehr unter:

www.wichern-kolleg.de