18.01.2018

Ein zweites Team der Mobilen Geriatrischen Rehabilitation hat sich in Berlin Mitte, Standort Evangelisches Geriatriezentrum Berlin etabliert

Seit gut fünf Jahren hat sich unsere Einrichtung der „Mobilen Geriatrischen Rehabilitation“ (MoGeRe) in Berlin-Spandau und Umgebung sehr gut bewährt. Rund 170 Patienten erhalten pro Jahr eine umfassende Rehabilitation durch unser multiprofessionelles mobiles Team. Ende Oktober 2017 hat ein zweites Team seine Arbeit im Norden Berlins am Standort Evangelisches Geriatriezentrum Berlin (EGZB), Reinickendorfer Straße aufgenommen.

Das Besondere der Mobilen Rehabilitation ist, dass die Behandlung in der häuslichen Umgebung der Patienten, in ihrer Wohnung oder bei Pflegeheimbewohnern in Pflegeeinrichtungen stattfindet. Eine kleine Gruppe behandeln wir auch in Kurzzeitpflegeeinrichtungen, d. h. wir beginnen dort die Rehabilitation, bereiten die Überleitung in die eigene Wohnung vor und führen dort die Rehabilitation zu Ende. Zielgerichteter als bei einer stationären Rehabilitation kann in der Mobilen Geriatrischen Rehabilitation das erarbeitet werden, was der Patient in seinem Alltag wieder erlernen muss, um in seinem häuslichen Umfeld möglichst gut zurechtzukommen – trotz Krankheiten und bleibenden Beeinträchtigungen und Gebrechen.

Die Probleme werden dort angegangen, wo sie auftreten: Mobilität wird zum Beispiel nicht auf einer breiten, gesicherten Krankenhaustreppe geübt, sondern auf der steilen Treppe zur Wohnung des Patienten, Waschen nicht im behindertengerechten Stationsbad, sondern im engen Badezimmer zuhause. Dabei werden Angehörige und weitere Bezugspersonen in den Behandlungsprozess eingezogen, sie werden beraten, unterstützt und angeleitet. So können gerade geriatrische Patienten, die von einer Rehabilitation in den traditionellen stationären und ambulanten Reha-Angeboten nicht oder wenig profitieren, eine angemessene Rehabilitation erhalten.

Durch die Mobile Rehabilitation sollen die oft schwerbetroffenen Patienten verlorengegangene Selbstständigkeit dauerhaft wieder zurückgewinnen; zugleich ist die Zielsetzung, den Patienten wieder in die Lage zu versetzen, in seiner selbst gewählten Umgebung in möglichst guter Qualität zu leben und am sozialen Leben teilzuhaben. Damit hat Mobile Geriatrische Rehabilitation über die Wohnung/das Haus des Patienten hinaus zugleich seine Außenwelt, den „Sozialraum“ des Patienten im Blick und versucht, ihn dort wieder zu integrieren.

Mit dem Spandauer Team konnten wir bisher nur Patienten in Spandau, in den angrenzenden brandenburgischen Gemeinden und im westlichen Charlottenburg erreichen. Mit dem Team am Standort EGZB erweitert sich der Radius auf Berlin Mitte, ganz Charlottenburg und den Berliner Norden mit Reinickendorf, Pankow und Prenzlauer Berg. Die Nachfrage nach Mobiler Rehabilitation ist sehr groß, schon jetzt konnten wir zum Januar, also zwei Monate nach Start weitere Therapeuten einstellen. Die Patienten sind mit dem Angebot der Mobile Geriatrischen Rehabilitation in aller Regel hoch zufrieden, erleben sie doch, dass das Team seine ganze Arbeit darauf fokussiert, alltagsrelevante Verbesserungen und Lösungen in ihrer Lebenssituation zu finden und zielgerichtete Hilfen im notwendigen Umfang zu vermitteln.

Nicht zuletzt die sehr positive Annahme der Mobilen Geriatrischen Rehabilitation durch die Patienten hat dazu geführt, dass die Krankenkassen ihre lange bestehenden Vorbehalte gegenüber dieser Form der Rehabilitation aufgegeben haben. Mittlerweile ist die Ablehnungsquote von Anträgen auf Kostenübernahme durch die Krankenkassen deutlich zurückgegangen, ja wir erhalten regelmäßig Anfragen von den Kassen selbst, ob wir Patienten in die mobile Rehabilitation aufnehmen können. – Es ist zu hoffen, dass sich die Mobile Geriatrische Rehabilitation als wichtiges und notwendiges Angebot für geriatrische Patienten weiter gut etabliert und weitere Teams eine flächendeckende Versorgung in Berlin gewährleisten.

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Mehr Informationen zur „Mobilen Geriatrischen Rehabilitation“ (MoGeRe) finden Sie hier