Saxophonkonzert der Extraklasse mit Detlef Bensmann und Consortium Artis Berlin
Das Ensemble Consortium Artis Berlin gab am 20. September unter der Leitung von Detlef Bensmann ein Saxophonkonzert der Extraklasse in der Stiftskirche des Johannesstifts. Die zahlreichen Zuhörer erlebten Musik, die den grotesken Humor, die fesche Atmosphäre des Berliner Nachtlebens der 1930er Jahre aber auch die Brüche und Katastrophen dieser Zeit zum Ausdruck brachte. Das Ensemble Consortium Artis Berlin umfasst Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Trompete, Violinen, Viola, Cello und Kontrabass sowie das Saxophon. Die zwölf Kammermusiker spielten zunächst ein Stück für Altsaxophon des russischen Komponisten Alexander Glasunow von 1933 in einer Bearbeitung von Detlef Bensmann. Es folgten „zwei Bagatellen“ (1961) von Ursula Mamlok, einer jüdischen Komponistin, die in Berlin 1923 geboren wurde und mit ihrer Familie ins Exil nach USA flüchtete. Die Musik war bedrückend und dramatisch. Das Quintett von Adolf Busch, ebenfalls ein Komponist, aus dem Jahr 1925 enthielt Anklänge an ein Volkslied und drückte auch das Groteske seiner Zeit aus. Nach der Pause erklang ein flottes Bläserquintett von Ursula Mamlok und eine Suite für Trompete, Altsaxophon und Fagott von Ernst Lothar von Knorr (von 1932) mit jazzigen Passagen, dem damaligen Zeitgeist entsprechend. Bewegend war die Uraufführung eines Solostücks für Kontrabass – eine Vertonung des Gedichts „Die gelben Astern“ der Jüdin Selma Meerbaum (von 1941), komponiert von Detlef Bensmann. Der Kontrabassist Ulf Mengersen zog die Zuhörer in seinen Bann. Das Konzert endete mit einer „Raumimprovisation“, bei der sich die zwölf Musiker spielend im Kirchenraum bewegten und am Ende im Chorraum zusammen kamen. Chapeau für diese ungewöhnliche Musik, die unter die Haut ging. (Barbara Ucik-Seybold)